Bochum – Über 1000 Leichtathletinnen und -Athleten nahmen im Lohrheidestadion an den Deutschen Jugendmeisterschaften teil. Die LG Flensburg war mit den drei Athleten Mina Ullmann(U18), Tjark Schult (U20) und Taissia Weber (U18) angereist und alle erreichten sensationell sogar ihre Finalläufe.
Sensationell waren die 800m-Läufe von Mina Ullmann. Im stark besetzen Vorlauf konnte sie am Samstag sichtlich beeindruckt von der Atmosphäre im großen Lohrheidestadion sich für das Finale qualifizieren. Hierbei setzte sie sich in der Spitzengruppe von Anfang an fest und konnte über die letzten 400m ihr Tempo bis zu einem Endspurt in dem sie die führende ersprintete auch noch einmal steigern. In 2:11,98 sec war dieses ein Lauf ganz dicht an ihrer Bestzeit.
Am zweiten Tag folgte das Finale der besten acht deutschen Läuferinnen der U18 über 800m. Aus den Vorläufen lagen alle Zeiten ganz eng innerhalb einer Sekunde zusammen. Die Meldezeiten einiger Läuferinnen waren deutlich besser. Die Zielsetzung für diesen komplett offenen Finale ließ Trainer Jan Dreier offen. Es gab nichts zu verlieren, denn schon überhaupt das Erreichen des Finales war ein Traum. „Du brauchst hier mit deinen Fähigkeiten keinen Respekt für irgendeiner der Läuferinnen haben“ war die letzte Aussage vor dem Rennen zu Mina, die sich sichtlich von den Vorleistungen der Konkurrenz beindruckt zeigte.
Nach dem Startschuss überraschte Mina die Konkurrenz, die ein ruhiges taktisches Rennen mit Endspurt erwartet hatte, mit einem Blitzstart bis 300m, was das Feld frühzeitig auseinanderzog. Danach nahm sie das Tempo raus und hoffte, dass die Konkurrenz das Tempo übernahm. Diese ließ sich trotz der freien Geraden nicht auf die Finesse ein, so dass Mina dann wieder das Tempo des Finales übernahm. Ab der zweiten Runde steigerte sie das Tempo, 200m vor dem Ziel waren nur noch 2 Läuferinnen in ihrer Nähe. Die Erfurterin Helena Guttke zog an Mina vorbei. Als auch die Hessin Amelie Tortell sich an Mina vorbeischob, mobilisierte diese noch einmal alle Kräfte und konnte in einem hauchengen 100m-Spurt vollkommen überraschend auf dem silbernen Medaillenrang die Ziellinie in neuer PB von 2:10,47min überlaufen und nur einer Hundertstel Vorsprung ins Ziel retten.
Ebenfalls zwei starke Rennen im Bereich der Bestleistung zeigte 400m-Hürden-Ass Tjark Schult. Leider hatte er sich in der Vorwoche eine starke Erkältung zugezogen, die ihm ordentlich zu schaffen machte. Nach dem souveränen 400m-Hürdenvorlauf in 53,74sec war ihm die erhöhte Belastung schon stark anzusehen, was er bei den vorangegangenen Rennen schnell abschütteln konnte. Umso spannender war es, wie Tjark sich zum zweiten Tag erholte. Noch mehr Pech kam hinzu, als kurz vor seinem Lauf die gesamte Stadionanlage aufgrund eines ausgelösten Notalarms geräumt werden musste und sich der Lauf um über 40min verzögerte. Umso höher ist seine Leistung im Finale und Rang 6 einzuordnen, die er mit 53,74 sec ablieferte und zeigte, dass er als jüngerer Jahrgang der U20 über die anspruchsvolle Distanz in Serie stabile Rennen auf hohem Niveau abliefern kann.
Auch ins Finale schaffte es Sprinterin Taissia Weber im jüngeren Jahrgang der U18 über 200m. Nach etwas Pech im ersten Vorlauf am ersten Tag über 100m (12,37sec), in dem sie auf der Außenbahn mit einer freien Bahn neben sich laufen müsste, da die Konkurrentin kurz vor dem Lauf ausfiel, zeigt sie am Tag 2 in ihm Vorlauf über 200m eine neue PB von 25,29sec, was für das B-Finale reichte. Im Gesamtfeld von den 44 schnellsten deutschen Sprinterinnen wurde sie in Deutschland somit 13.
Die mitgereisten Trainer konnten stolz auf die Meisterschaft zurückschauen:“ Mental haben alle drei großes geleistet und sich unter diesen schweren Bedingungen einer Deutschen Meisterschaft in Topform präsentiert. Wir sind sehr beeindruckt“.
